Zehntausende Menschen leiden allein in den Niederlanden an einer Form von Lähmung. In schlimmen Fällen sind dabei alle Verbindungen zwischen dem Gehirn und den Muskeln unterbrochen, wodurch die Person nicht mehr in der Lage ist sich mitzuteilen ( Locked-in-Syndrom,LIS).

Am Hirnforschungszentrum “UMC Utrecht Brain Center” des Universitätsklinikum Utrecht wird daran geforscht, wie Menschen mit LIS mithilfe eines Computer kommunizieren können. Es wurde eine Methode entwickelt, um das Gehirn einer Person direkt mit einem Computer zu verbinden. Durch die Verwendung dieser “Neuroprothese” kann eine Person dadurch, dass sie an bestimmte Dinge denkt, einen Mausklick am Computer machen oder einen Ein-/Ausschalter bedienen. Wie gut das funktioniert, wissen wir erst, nachdem wir die Neuroprothese bei einigen Menschen implantiert haben.

In unterstehendem Film erläutern wir wie die Utrechter Neuroprothese funktioniert.

 

Das Gerät besteht aus zwei Teilen: einem Teil innerhalb des Körpers und einem Teil außerhalb des Körpers. Der Teil im Körper enthält vier Streifen mit Messelektroden, die durch Löcher in der Schädeldecke auf das Gehirn gelegt werden. Jeder Elektrodenstreifen hat ein dünnes Verbindungskabel. Diese Kabel werden subkutan zu einem kleinen Sender geführt. Der Sender hat die Größe eines Herzschrittmachers und wird unter die Brusthaut implantiert. Der Sender enthält eine Batterie mit einer Lebensdauer bis zu 8 Jahre.

Der Teil außerhalb des Körpers besteht aus einer Antenne, einem Empfänger und einem Computer. Die Antenne muss auf der Brust in der Nähe des Senders getragen werden. Dies geschieht mit einem hypoallergenen Pflaster, einer Art Gürtel oder auf eine andere Weise. Die Anntenne ist mit dünnen Kabeln mit einer Empfangseinheit verbunden. Die Empfangseinheit ist mit einem Kabel mit einem Computer verbunden ist. Auf diese Weise werden die Gehirnsignale vom Sender an den Computer gesendet, wo sie in “Klick”-Befehle umgewandelt werden.
Alle Kommunikationshilfsmittel, die über eine Taste gesteuert werden, können durch die vom UNP-Computer generierten Klicks gesteuert werden.
Durch die Kopplung des UNP an kommerziell erhältliche Kommunikationshilfsmittel erwarten wir, dass der UNP-Benutzer ohne Zuhilfenahme von Muskelbewegung in der Lage sein wird, direkt mithilfe seiner Gehirnsignale zu kommunizieren. Aus Sicherheitsgründen kann das UNP nur zur Kommunikation oder für Anwendungen, die vom Forschungsteam als sicher eingestuft werden verwendet werden,

Für wen ist die Utrechter Neuroprothese geeignet?
Das UNP ist speziell für Menschen mit schweren Lähmungen und Kommunikationsproblemen konzipiert. Die Ursachen einer Lähmung sind vielfältig, weshalb es schwierig ist vorab genau zu sagen wer für die Studie geeignet ist. Gerne tauschen wir uns deshalb mit interessierten Personen und Ihren Familien aus.
Für die Studie kommen zum Beispiel Menschen mit weit fortgeschrittenem ALS (mit invasiver Atmung) in Frage, Menschen mit Locked-In-Syndrom oder Menschen die aufgrund einer Hirnblutung schwerst gelähmt sind.

Darüber hinaus muss eine Person die folgenden Kriterien erfüllen:
• zwischen 18 und 75 Jahre alt sein
• Stabiler Gesundheitszustand
• Schwere Lähmungen und Sprach-/Kommunikationsprobleme
Eine Form der Kommunikation sollte möglich sein, um die Einwilligung zur Studienteilnahme zu geben, zum Beispiel über Augenbewegung.
• Keine geistige Behinderung (geschätzter IQ von 80 oder höher)
• Ausreichendes Sehvermögen
• Person muss in der Lage sich einer Magnetresonanztompgraphie (MRT) Messung zu unterziehen

Es gibt auch eine Reihe von Ausschlusskriterien

• Lebensnotwendiger Gebrauch von Blutverdünnern (bitte kontaktieren Sie uns, wenn Sie Zweifel haben)
• Hirntumore
• Schnelle medizinische oder neurologische Verschlechterung
• Aktuelle psychiatrische Probleme
• Kürzlich hoher Gewichtsverlust
• Extreme und häufige Krämpfe

Bei Interesse kontaktieren Sie uns bitte über neuroprothese@umcutrecht.nl
Wenn Sie Zweifel haben, ob Sie geeignet sind, würden wir uns freuen, von Ihnen zu hören. Gemeinsam mit Ihnen und möglicherweise Ihrem Arzt werden wir prüfen, ob sie für die Teilnahme an der Studie in Frage kommen.

Hirn-Computer Schnittstellen

Hirn-Computer Schnittstellen

Ein BCI ist ein Gerät, das aus Sensoren besteht, die Gehirnsignale messen (oft in Form von “Elektroden”), einem Verstärker, um die schwachen Gehirnsignale messbar zu machen, und einem Computer, der die Gehirnsignale in Befehle zur Steuerung von Computerprogrammen und/oder Geräten übersetzt.

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Die Utrechter NeuroProthese

Die Utrechter NeuroProthese

Die Utrecht NeuroProthese ist ein Hirn-Computer Schnittstelle. Wir untersuchen ob Menschen mit dem Locked-in Syndrom mit diesem Hilfsmittel kommunizieren könnten.

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Über uns

Über uns

Die Utrecht NeuroProthese wird entwickelt im Universitätsklinik UMC Utrecht. Hier arbeiten Spitzenarbeiter in Versorgung und Forschung zusammen.

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